DER FALL RAUTERMANN
Entführungsdrama von Jürgen Baumgarten - erschienen im Plausus Verlag

Unser Regieteam Sven und Mareike

Wie seid ihr darauf gekommen, das Stück zu spielen?

Sven (Regie): Rene und ich hatten bei einem Treffen des Bundesverbandes Deutscher Amateurtheater ein angeregtes Gespräch mit einer Vertreterin aus Nordrhein-Westfalen, die uns von diesem Stück erzählte. Dieses Stück ist sicherlich kein übliches Theaterstück im Amateurtheaterbereich und ich war sofort Feuer und Flamme und ich habe zu Rene gesagt, dass wir dieses Stück einmal auf die Bühne bringen sollten.

Mareike (Regieassistenz): Da ich im Oktober erst im Theater ADU eingestiegen bin und die Entscheidung da schon stand, kann ich keinen sinnhaften Inhalt zur Antwort besteuern...die Entscheidung haben Sven und Rene getroffen:).

Wie kann man sich Proben bei euch vorstellen? Geht es da nicht manchmal sehr emotional her?

Sven (Regie): Die Proben laufen teilweise sehr emotional, da die Darsteller sich tief mit der jeweiligen Rolle auseinandersetzen müssen. Wir nutzen dafür verschiedene Schauspieltechniken des Method Acting. Dazu zählen unter anderem "Private Moments", Rolleninterviews und Familienaufstellungen.

Mareike (Regieassistenz): Die Proben für so ein Stück sind ohne Zweifel an manchen Tagen sehr emotional: Wichtig ist doch, dass diese Emotionen von der gesamten Gruppe getragen werden. Das heißt, dass wir immer wieder die Balance finden müssen zwischen dem schweren Thema und dem Spaß, den wir als Amateurgruppe an einem Donnerstag abend haben wollen. Ich finde, das ist uns über den gesamten Zeitraum echt gut gelungen....ich hatte jedenfalls Spaß. :-)

Wie erarbeitet ihr mit den Schauspielern die Rollen?

Sven (Regie): Die Regie hat die Aufgabe, Impulse zu setzen und das Stück dramaturgisch in Szene zu setzen. Es geht nicht um "Überstülpen" einer Rolle oder "simples Vorgeben" von Gängenm sondern darum, dass jeder Darsteller seine Rolle fühlt, in sich aufnimmt und glaubwürdig auf der Bühne präsentiert.

Mareike (Regieassistenz): Die Rollen müssen die Schauspieler ja erstmal selber finden und für sich interpretieren, das ist die Basis für die Regiearbeit. Dabei habe ich jetzt die unterschiedlichsten Techniken und Methoden gelernt, um sie beim Kennenlernen und Ausprobieren ihrer Rolle zu helfen. Ich finde es bspw immer wieder spannend in den Proben, wenn wir mit der Rolle in Einzelgespräche gehen. Diese Methoden können aber nur helfen, wenn die Schauspieler auch dazu bereit sind. Ich muss sagen, dass ich unglaublich beeindruckt bin, wie offen die Darsteller sind und resultierend daraus, welche unglaubliche Entwicklung sie in ihren Rollen vorgenommen haben. Davor ziehe ich den Hut!

Liebe Regie, was wollt ihr den Menschen noch mitteilen?

Sven (Regie): "Theater muss knallen" lautet mein Spruch. Theater besteht nicht nur aus Komödien. Das Genre ist groß und daher vielfälltig. Der Zuschauer soll zum Nachdenken bewegt werden. Ich möchte erreichen, dass sich die Zuschauer auch untereinander austauschen und glaube, dass dieses Stück genau das Richtige dafür ist.

Mareike (Regieassistenz): Ich erhoffe mir, dass unser Publikum sich von unserer Darstellung mitreissen lässt und über das Thema Kindesmissbrauch und die damit zusammenhängenden Gefühle, die ja von den unterschiedlichen Rollen im Stück dargestellt werden, nachdenkt und vielleicht sogar ein Stück weit für sich selbst reflektiert. Denn dann haben wir ein wichtiges Ziel für uns erreicht: Wir haben auf ein Thema aufmerksam gemacht, das viel mehr Präsenz verdient als es aktuell bekommt!